Bürger-Initiativ in Großhansdorf Informationen über Aktivitäten und Initiativen in und um Großhandsdorf.

Freitag, 9. Mai 2014

Initiative zeigen!

Filed under: Übersicht — Admin @ 4:35

Hallo Großhansdorf!

Mit diesem Blog möchte ich über Aktivitäten in und um Großhansdorf herum berichten.

Viele meiner lieben Mitbürger sind „irgendwie“ aktiv. Sie engagieren sich in vielfältiger Weise für unser Großhansdorf. Dieses Engagement hat es verdient dass darüber berichtet wird.

Dieser Blog ist rein privat, subjektiv und werbefrei.

Anregungen über bestimmte Themen zu berichten sowie Kommentare zu einzelnen Beiträgen sind immer willkommen. Zur Vermeidung von Spam müssen diese jedoch von mir freigegeben werden. Persönliche Anfeindungen oder Beleidigungen sind nicht zulässig.

Sie erreichen mich auch per email unter   v-bigh (ät) andreasson.de       (ät) ersetzen durch @

Es grüßt Sie ihre

Inga Andreasson.

Mittwoch, 5. August 2015

Leserbrief an Stormarn-Teil des Hamburger Abendblatt

Filed under: Fluglärm — Admin @ 15:40

Der Hamburger Senat macht es sich mit seiner Haltung „Steuern und Arbeitsplätze für Hamburg, den Lärm gerne für Stormarn“ auf unwürdige Weise zu einfach. Ein deutliches Indiz hierfür sind die von Hamburg festlegten Bahnbenutzungsregeln (http://www.hamburg.de/contentblob/143640/data/bahnbenutzungsregeln.pdf ). Hiernach ist ausdrücklich festgelegt, dass nicht über das Gebiet der Hamburger Innenstadt gestartet oder gelandet werden darf (sofern die Wetterlage dies nicht erzwingt.) Dieses Jahr ist meines Wissens nach nur beim Orkan am 9. Februar über die Bahn 33 (Alsterdorf) gelandet worden. Ganz anders bei der Regelung, dass ab 21:00 nur noch die Bahn 15 (Norderstedt) zur Landung genutzt werden darf. Hier wird jedes laue Lüftchen als Ausrede hergenommen, dass doch die Bahn 23 über Stormarn genutzt wird. Noch als Anmerkung: Wenn normaler Seitenwind bei der Landung gefährlich wäre, so müsste der Flughafen Stuttgart mit nur einer Bahnrichtung ständig den Betrieb einstellen. Tut er aber nicht.

Statt dessen wird eisern an einer Standardanflugstrecke NOLGO23 für die Bahn 23 festgehalten, welche genau über die Gemeinde Großhansdorf führt. Schlimmer noch: Einer der Navigationspunkte, DH611, welcher die Strecke beschreibt, befindet sich innerhalb des Gemeindegebiets. Dieser wird auch seitlich angeflogen und führt zu einem Zielschießen auf Großhansdorf aus drei verschiedenen Richtungen ( siehe www.bi-gh.de ) . Hier wäre die Politik in Großhansdorf, aber auch Ahrensburg und Bargteheide gefordert, dies abzustellen und die Route NOLGO23 10 km weiter östlich über die großen Forste und die Navigationspunkte, insbesondere DH611, so zu verlegen, dass bei seitlichen Anflügen weder Großhansdorf, Ahrensburg noch Bargteheide zwangsläufig überflogen werden. Herr Bürgermeister Voß aus Großhansdorf zeigt aber nur noch auf Herrn Bürgermeister Sarach als Vertreter Stormarns in der „Fluglärmschutzkommission“. Von dem ist aber bislang, außer einigen netten Pressefotos, nichts zu sehen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden und der Name der Kommission ist wörtlich zu nehmen?

Meine unverschämte Anfrage bei der Umweltbehörde Hamburg und der Deutschen Flugsicherung, auf welcher Grundlage die Route NOLGO23 geplant wurde und warum es keine „minimum noise routings“ für den Anflug auf Hamburg Fuhlsbüttel (und auch auf Airbus-Finkenwerder) gibt, obwohl gemäß ICAO Dokument 8168 vorgeschrieben, wurden bislang mit Schweigen beantwortet.

Hamburg sollte sich endlich von seiner Großmannssucht verabschieden, einen Stadtflughafen auf Kosten der Randgemeinden zu einem Drehkreuz für German Wings oder gar für den A380 auszubauen. Es ist und bleibt ein Stadtflughafen. Wenn Hamburg den Flugverkehr möchte, so möge dieser bitte auch vorwiegend über Hamburger Stadtgebiet geführt werden.

Da ohnehin der allermeiste Flugverkehr aus südlichen Richtungen kommt wäre die Landung über die Bahn 33 (Alsterdorf) und Start über die Bahn 05 (Niendorf) die logische Standard-Abwicklung bei den meisten Wetterlagen. Wenn dies für die Hamburger zu laut ist, so dürfen auch Großhansdorf, Ahrensburg oder Bargteheide nicht überflogen werden. Die Siedlungsdichte in diesen Kommunen ist durchaus mit vielen Teilen Hamburgs vergleichbar und wir liegen eben nicht in der Achse einer der Landebahnen.

Mit freundlichen Grüßen
Inga Andreasson
Großhansdorf

Donnerstag, 23. Juli 2015

Sind Kurzanflüge (4 NM) eine Entlastung für Großhansdorf und Ahrensburg?

Filed under: Fluglärm,Übersicht — Admin @ 1:11

Aktuell wird darüber diskutiert ob „Stormarn die Kurzanflüge“ ab einer Entfernung von 4NM bei Landungen aus der Bahn 23 wieder haben möchte.

Für die Region Großhansdorf und noch mehr für Ahrensburg wäre dies ein kompletter Rückschritt. Hier zunächst eine Übersichtskarte :

NOLGO23-Karte-mit-Routen-4NM

Großhansdorf bekommt derzeit seinen Lärm aus der A, B1 und C1 ab. (Siehe hierzu meinen Aktikel zum Navigationspunkt DH611). Derzeit erfolgt die Einfädelung (gerade in den Spitzenzeiten) aber vorwiegend bei 10 NM. Dies ist für Großhansdorf, insbesondere aber auch für Ahrensburg, eher vorteilhaft, da dann die Routen B2 und C2 genutzt werden.

Eine Einfädelung ab 4 NM bedeutet nicht zwangsläufig die Einfädelung bei 4 NM. Eine Einfädelung ab 4NM, wie wir sie im letzten Jahr hatten, führte zu sehr vielen Querflügen auf der Route C1 und B1. Die Flugzeuge fliegen wegen der Nähe zur Einfädelung sehr tief (900m) und mit wechselnden Fluggeräuschen. Gerade diese Querflüge waren immer mit am nervigsten! Auch wurde der Abzweig zwischen DH610 und DH611 über Ahrensburg häufig genutzt.

Die violette Route zu 4NM führt über Ahrensburg bzw. den Bredenbeker Teich. Allerdings liegt letzterer dicht an Ahrensburg und die Kurve wurde häufig weiter und über Ahrensburg geflogen.

In den Hauptverkehrszeiten (und das sind inzwischen mehrere Stunden pro Tag) funktioniert die Einfädelung bei 4NM aber ohnehin nicht, da die Flugzeuge nicht mit dem „passenden“ Abstand kommen. Die Einflugkurve wird ausgedehnt und Großhansdorf bekommt wieder die Überflüge im Minutentakt. Nein danke!

Zudem scheint es derzeit attraktiv zu sein, für Anflüge aus Südwest den Bogen nördlich Pinneberg/Kayhude zu fliegen. Der Bogen läßt sich aber nicht beliebig verkleinern da die Abstände zum Start über die Bahn 15 (Norderstedt) gewahrt werden müssen. Mit den Kurzanflügen bei 4NM wieder es daher attraktiver, mehr Anflüge aus Südwest über die Route NOLGO23 zu lenken. Diese treffen auch wieder Großhansdorf, Ahrensburg und Bargteheide.

Mit der Forderung „4 NM“ tut sich die Region Ahrensburg/Großhansdorf wahrlich keinen Dienst. Das sieht nur auf dem Papier gut aus, bringt aber wieder viel Lärm in die Randgemeinden.

Eine Entlastung für Stormarn würde der Anflug auf 4 NM nur bringen, wenn die Flugsicherung in der Lage wäre, die Reihung der Flugzeuge vor dem Einflug in den Gegenanflug sicherzustellen und die Überleitung aus den Gegenanflug in den Endanflug nicht variabel halten zu müssen. Dies würde praktisch darauf hinauslaufen einen segmentierten Endanflug mit einem „Knick“ bei 4 NM durchzuführen und die Staffelung bereits südlich von Hamburg, z.B. über den Vier- und Marchlanden vorzunehmen.Dort müssten die Flugzeuge aus allen Richtungen bereits aufgereiht und im richtigen  Abstand auf die Einfädelung 4NM zufliegen (lange lila Linie). Dazu ist die DFS aber nicht in der Lage.

Fazit

Solange die Landung über die Bahn 23 die Regel bleibt sollten möglichst unbewohnte Gebiete (Sachsenwald, Hahnheide und die weiteren Forste) bevorzugt überflogen werden.

Generell sollte Hamburg von seinem Größenwahn herunterkommen, einen Stadtflughafen als zentrales Drehkreuz für German Wings und andere Fluglinien zu forcieren.  Weniger Flüge reduzieren den Lärm am effektivsten und für alle. Hamburg sollte sofort eine drastische „Umsteigegebühr“ für Passagiere erheben, deren Flug nicht in Hamburg beginnt oder endet.

Die lärmabhängigen Lande- und Startgebühren gehören noch viel stärker gestaffelt. Nur die absolut leisesten Flugzeuge dürfen ökonomisch überhaupt eine Chance haben.

Hamburg sollte gedrängt werden, einen faireren Anteil des Lärms aus Landungen übernehmen.  Siehe hierzu auch „Ist die Hamburger Innenstadt sakrosankt?“

 

 

Ist die Hamburger Innenstadt sakrosant?

Filed under: Fluglärm,Übersicht — Admin @ 0:49

Bei der Diskussion um den Fluglärm beim Anflug auf Hamburg Fuhlsbüttel wird immer gerne um die genaue Routenführung über Stormarner Gebiet diskutiert.

Eine Diskussion vermisse ich aber vollständig: Mit welcher Begründung verbietet der Hamburger Senat eigentlich die Landeanflüge über die Bahn 33 (Alsterdorf) ? Angeblich wären hiervon zu viele Menschen betroffen. Hamburger Wähler meint der Senat wohl.

Schauen wir uns zunächst einmal die offizielle Anflugroute NOLGO23 an, welche Flugzeuge zur Landung auf der Bahn 23 führt (Buchstabe A):

NOLGO23-Karte-mit-Routen

Flugzeuge aus Süd und Südost werden offiziell zum Navigationspunkt DH611 geleitet. Diese drei Anflugrichtungen (Südwest, Süd und Südost) stellen praktisch den gesamten Verkehr nach Hamburg Fuhlsbüttel dar.

Anflüge aus Südwest auf der offiziellen Route A über den Navigationspunkt DH611 und dann Einschwenken zum Endanflug belasten teilw. Wandsbek (33000/4), Tonndorf(13000), teilw. Rahlstedt (88000/4), Großhansdorf (9300), teilw. Ahrensburg (31000/4), Bargteheide (16000), teilw. Wohldorf-Ohlstedt (4500/2), teilw. Lemsahl-Mellingstedt (6500/2), teilw. Poppenbüttel (23000/4), teilw. Hummelsbüttel (17000/4), teilw. Langenhorn (43000/4). Das sind zusammen ca 102.500 Betroffene.

Anflüge aus Süd über den Navigationspunkt DH611 (Route B1) belasten Großhansdorf (9300), teilw. Ahrensburg (31000/4), teilw. Wohldorf-Ohlstedt (4500/2), teilw. Lemsahl-Mellingstedt (6500/2), teilw. Poppenbüttel (23000/4), teilw. Hummelsbüttel (17000/4), teilw. Langenhorn (43000/4). Das sind zusammen ca 43.300 Betroffene.

Anflüge aus Südost über den Navigationspunkt DH611 (Route C1) belasten Großhansdorf (9300),  teilw. Ahrensburg (31000/2), teilw. Wohldorf-Ohlstedt (4500/2), teilw. Lemsahl-Mellingstedt (6500/2), teilw. Poppenbüttel (23000/4), teilw. Hummelsbüttel (17000/4), teilw. Langenhorn (43000/4). Das sind zusammen ca 51.000 Betroffene.

Eine Landung über die Bahn 23 belastet somit im Mittel ca 65.500 Menschen mit erheblichem Fluglärm.

Wie schaut das denn bei der Bahn 33 aus?

Die Route geht über Billbrook (1400), Hamm (38000), Eilbek (20000), Barmbek-Süd (33000), teilw. Winterhude (52000/5), Alsterdorf (14000). Das sind ca. 117000 Betroffene.

 

Ist die Hamburger Innenstadt sakrosant?

Bedeutet dass, die Hamburger Innenstadt für Landungen tabu ist und alle Landungen bei Südwest bis Nordwind über die Band 23 erfolgen sollten? Nein! Es muss bedeuten, dass im Zuge einer gerechteren Verteilung der Belastungen durch Fluglärm Hamburg einen fairen Anteil des Lärms aus Landungen übernimmt.

Die aktuelle Haltung, den Flughafen unbedingt im Stadtgebiet halten und ausbauen zu wollen, Steuern und Arbeitsplätze für Hamburg haben zu wollen, den Fluglärm aber möglichst ins Umland zu exportieren, ist schäbig. Hamburg muss das Verbot der Landungen über die Bahn 33 (Alsterdorf) aufgeben und bei entsprechenden Wetterlagen die Landung über die Hamburger Innenstadt erlauben.  Zielmarke: 33% für die Bahn 33! Positiver Nebeneffekt: Dann wäre auch die Bahn 23 für Starts (über Stellingen) verfügbar und die Flugzeuge könnten auf kürzestem Wege von/nach Süden landen und auch starten. Quickborn und Norderstedt würden ebenfalls profitieren. Die zwei unsinnigen Umwege um Hamburg herum bei Landung und Start würden an diesen Tagen entfallen.

Unabhängig von Verteilungsfragen: Hamburg Fuhlsbüttel ist ein Stadtflughafen. Ein Stadtflughafen taugt nicht als Drehkreuz für German Wings oder andere Airlines. Das ist hanseatischer Größenwahn!

Der Senat sollte die Zahl der Flugbewegungen statt dessen beschränken und die lärmabhängigen Start- und Landegebühren sehr viel stärker staffeln, sodass nur die jeweils leisesten verfügbaren Flugzeuge ökonomisch überhaupt Sinn machen. Umsteiger, welche ihre Reise nicht in Hamburg beginnen oder beenden, sollten mit einer drastischen Umsteigergebühr auf geeignetere Umsteigeflughäfen gelenkt werden.

 

Dienstag, 21. Juli 2015

DH611 oder warum Großhansdorf so häufig überflogen wird

Filed under: Fluglärm,Übersicht — Admin @ 16:45

DH611 sagt Ihnen nicht? Das ist nicht weiter verwunderlich. Sie sollten es aber kennen!

DH611 ist der Name für einen Navigationspunkt im Flugverkehr. Dieser wurde, still und heimlich, im Jahre 2006 von der Deutshcen Flugsicherung bzw dem Bundesamt für das Flugwesen eingerichtet. Wo? Genau über Großhansdorf! Aber der Reihe nach.

Seit einigen Jahren verwenden Flugzeuge zunehmend GPS und GPS-Koordinaten zur Navigation. Zu jedem Flughafen gibt es umfangreiche Pläne, auf welchen Strecken Flugzeuge den Flughafen standardmäßig anzufliegen haben und auf welchen Wegen sie den Flughafen wieder verlassen.

Diese Strecken sind durch GPS-Koordinaten definiert. Für den Anflug auf die Landebahn 23 (also von Stormarn aus) ist eine Standardweg festgelegt worden mit dem Namen NOLGO23. Dieser Weg ist definiert durch mehrere Navigationspunkte, hier die für uns wichtigen:

DH607 53° 29′ 52.64″ N 9° 56′ 36.42″ E Heimfeld
DH608 53° 32′ 26.91″ N 10° 1′ 44.22″ E Hamburg
DH609 53° 35′ 0.95″ N 10° 6′ 52.63″ E Hamburg
DH610 53° 37′ 34.78″ N 10° 12′ 1.65″ E Dänenheide
DH611 53° 40′ 8.38″ N 10° 17′ 11.29″ E Großhansdorf
DH612 53° 42′ 41.76″ N 10° 22′ 21.53″ E Mollhagen

Es gibt weitere Punkte entlang dieser Linie die jedoch kaum genutzt werden: DH613, DH614, DH615.

Der Navigationspunkt DH611 dient hierbei als zentraler Orientierungspunkt für Anflüge nach Hamburg Fuhlsbüttel!

Das ganze als Karte (Strecke A):

Die ganze Strecke DH607 bis DH611 (DH612) fliegen Flugzeuge ab, welche aus Südwest kommen.  Bei dieser Route drehen die Maschinen über Großhansdorf oder Mollhagen / Steinburg nach links weg zur Einfädelung in den Endanflug über dem Duvenstedter Brook. Dabei wird auch häufig Barteheide überflogen. Diese Strecke ist die im Pilotenhandbuch veröffentlichte „Standardroute“ zum Anflug auf Fuhlsbüttel zur Landung auf der Standardbahn 23. Solange die Flugsicherung nicht anderes vorgibt wird genau so gelandet. Aus allen Richtungen!

Praktisch werden weitere Routen verwendet:

Flugzeuge aus Süden kommend fliegen häufig den Navigationspunkt DH611 oder DH612 an (Strecke B1 oder B2).Flugzeuge aus Südost fliegen ebenfalls DH611 oder DH612 an (Strecke C1, C2, C3)

Anflüge aus nördlichen Richtungen werden zumeist direkt zur Einfädelung zum Duvenstedt Brook geführt und kommen hier nicht vorbei.

Anflüge aus Südwest werden an manchen Tagen auch nordwestlich an Hamburg vorbeigeführt und kommen hier nicht vorbei.

Die Flugsicherung streut die Anflüge (manchmal).

Bei hohem Verkehrsaufkommen wird der Einfädelungspunkt weiter nach Nordost verschoben.

Die Flughandbücher tauchen gelegentlich auch im Internet auf. Wer sich dafür interessiert kann z.B. nach „Jeppesen EDDH“ googeln, z.b. bei ukvirtual, 53 Seiten, Stand 2011.

 

Was ist jetzt so schlimm am Navigationspunkt DH611 und der ganzen Route NOLGO23?

Der zentrale Navigationspunkt DH611 führt dazu, dass viele der Anflüge auf Fuhlsbüttel genau über Großhansdorf geleitet werden. An manchen Tage kommt hier gerne mal ein Drittel alle Anflüge nach Fuhlsbüttel vorbei. Die Flugzeuge fliegen häufig unter 1000 m Höhe und produzieren schnell anschwellenden Lärm bis 75 dbA. Und das, obwohl Großhansdorf nun definitiv nicht in der Einflugschneise von Fuhlsbüttel liegt.

Die Einrichtung der Route NOLGO23 und insbesondere der Navigationspunkt DH611 verstößt eklatant gegen die Regeln, welche mir die DFS ( erst auf mehrfache Nachfrage und deutlich unwillig) benannt hat: Die ICAO-Richtlichlinie 8168 stellt fest unter I-7-2-2:

Noise preferential routes are established to ensure that departing and arriving aeroplanes avoid over-flying
noise-sensitive areas in the vicinity of the aerodrome as far as practicable.

Dass das Gemeindegebiet von Großhansdorf „noise-sensitive“ ist, bedarf wohl keine Erläurerung. Es wohnen hier 9300 Menschen. Es gibt hier zwei Krankenhäuser. Die Siedlingsdichte ist um ein vielfaches höher als im weiteren Umland. Häufige Flüge unter 1000 m Höhe definieren sicherlich eine Nähe zum Flughafen. Praktikabel ist eine alternative Routenführung sicherlich. Großhansdorf liegt nicht in der eigentliche Einflugschneise irgendeiner Landebahn. Es gibt keine Grund, dass Flugzeuge hier so häufig und so laut vorbeikommen. Die Route NOLGO23 kann gemäß den Planungsunterlagen nicht die „noise preferential route“ sind. Ich habe daher bei der Deutschen Flugsicherung und der „Fluglärmschutzkommision“ angefragt, ob es denn eine solche „noise preferential route“ für die Anflüge nach Hamburg Fuhlsbüttel und Hamburg Finkenwerder gibt bzw. warum nicht

Was besonders ärgerlich ist: In den verkehrsschwachen Zeiten , z.b. Sonntags morgens um 6:30, wird der Verkehr gerne genau über die NOLGO23 geleitet. Vermutlich sind dann die Fluglotsen dann dünn besetzt, noch mit Kaffee trinken beschäftigt und lassen alles „auf Automatik“ laufen.

Eine Alternative wäre die Führung der Route NOLGO23 ca 10 km weiter östlich. Dies wird auf zeitweise so praktiziert. Die Flugzeuge fliegen dann über die Forstgebiete Sachsenwald und Hahnheide (entsprechend der grünen Route D auf der Karte).

Der Wegpunkt DH611 wird aber nicht nur für die Landung auf der Bahn 23 genutzt. Auch die Anflüge aus Südost zur Bahn 15 (aus Richtung Norderstedt)  werden über diesen Wegpunkt geführt:

2015_05_03 Überflug zur RWY 15

Eine weiterer Aspekt bei der Definiton der Wegpunkte: Diese werden auch bei Start als Wegpunkt genutzt. Ich glaube zwar nicht, dass dies zulässig ist. Dennocht wird es so praktiziert. Als Beispiel möge hier ein Screenshot vom 19.7.2015 dienen: Gleich zwei Starts (CFG8FX und THY9RY) nacheinander über DH611 (Position unter THY9RY). Das wird wohl keine individuelle Verfehlung eines einzelnen Piloten sein wie bei solchen Gelegenheiten gerne behauptet. Die vorgeschriebene Route wäre deutlich südlich von Ahrensburg gewesen.

2015_07_19_16_20_zwei Starts über GH

Es müssen eben alle mal Fluglärm abbekommen?

Das kann man durchaus so argumentieren. Aber der Standardroute muss über das am wenigsten besiedelte Gebiet geführt werden. Das ist die Route D über die Forste im Osten und unter Vermeidung von Ortschaften.

Was die ganzen „Querflüge“ (B1/B2/C1/C2/C3) zeigen: Auch die Position der einzelnen Wegpunkte der Route sind wichtig. Es kann nicht angehen, dass da bei der Planung am grünen Tisch einfach ein Strich auf eine Landkarte gemalt wird und in gleichmäßigen Abständen die Wegpunkte markiert werden. Diese Punkte sind Verkehrsmagnete und müssen so gelegt werden, dass auch bei Querflügen keine Ortschaften überflogen werden. Notfalls sind auch hierfür eigene Anflugrouten zu definieren und durchzusetzen.

Basierend auf dieser Route würde es dann Sinn machen, basierend auf Siedlungsdichte und (rechnerischem) Fluglärm den Fluglärm zu verteilen. Hierzu schreibe ich in Kürze einen weiteren Artikel. Der klärt dann auch, warum die Bahn 33 mit in der Karte eingezeichnet ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 24. Oktober 2014

Fluglärm Großhansdorf Online – mit Beschwerdefunktion

Filed under: Fluglärm,Übersicht — Schlagwörter: — Admin @ 11:24

Seit September 2014 kann der Fluglärm in Großhansdorf online beobchtet werden. Unter der Adresse http://www.dfld.de/Mess.php?R=16&S=5 ist eine zeitnahe Darstellung aufrufbar.

So schaut das aus: (20.10.2014)

2014_10_20_Übersicht

Für eine feinere Darstellung können Sie in dem Graphen der Tagesübersicht in einen 2-Stundenbereich klicken. Dann eröffnet sich eine dertailliertere Ansicht.

2014_10_20_08_10_Detailansicht

Zurückliegende Tage können über die Navigation unter der Graphik erreicht werden. (Der Doppelpfeil unter „Datums-Navigation“). Vortage erhalten zudem einen gelben Balken mit der Bezeichnung „Flugspuren“. Dort können Sie sich aus der 2-Stunden Übersicht mit einem Klick unter eine Lärmspitze anzeigen lassen, ob eine Flugzeug Verursacher des Lärms war.

Wer sich durch einen Überflug gestört fühlte kann (und sollte) sich darüber beschwerden. Dies geht recht einfach aus der 2-Stunden Übersicht heraus:
Von der Software erkannte Überflüge erhalten (in der der Vor-/Vorvor-Tagesansicht) einen kleinen Kreis an der Spitze. Wenn Sie darauf klicken, so öffnet sich ein Fenster mit den Daten zur Beschwerde (Urzeit und Lautstärke). Hier können Sie kontrollieren, ob die Werte passen. Dann auf „Fluglärmbeschwerde versenden“ im oberen Teil klicken. Es öffnet sich in Eingabefenster für ihre Daten. Hier können Sie ggf ergänzende Informationen eintragen. Anscheinend werden diese auch gelesen. Die Beschwerde anschließend abschicken. Die Software zeigt Ihnen anschließend das nächste 2-Stunden Interval.

Sie können mehrere Überflüge in einer Beschwerde zusammenfassen. Dies wird von der zuständigen Behörde für Umwelt in Hamburg jedoch nur als eine Beschwerde gezählt, ist also relativ witzlos. Wenn mehrere Überflüge innerhalb eines 2 Stunden Intervals gestört haben und diese auch einzeln gezählt werden sollen, so bleibt vorerst nur die Möglichkeit, jede Spitze einzeln zu markieren, die Beschwerde zu versenden und in der Zoom-Navigation zur vorherigen 2-Stunden Ansicht zurückzukehren.

2014_10_20_09_19_Flugspur

Nicht markierte Spitzen können dennoch von einem Überflug herrühren. Bitte kontrollieren Sie aber vor einer Beschwerde, ob es wirklich ein Überflug war. Klicken Sie hierzu in der Flugspurzeile genau unter die Spitze. Sie erhalten dann eine Graphik mit den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Flugbewegungen. In dem Bild habe ich den Überflug 9:19 aufgezeigt. Der hinzugefügte grüne Kreis dient hier der Markierung der Station Großhansdorf. Schwarze Linien kennzeichnen Flugzeugbewegungen +/- 90 Sekunden um die gewählte Zeit. Es ist deutlich dass ein Überflug erfolgte. Wenn Sie mit der Maus über die Linie fahren, so wird die Flugkennung (ICAO Code), Flughöhe und Flugzeugtyp angegeben. Mit einem Klick auf die Station bekommen Sie weitere Informationen.

Bitte beachten: Die Messstelle ist unter dem Dachunterstand montiert und empfindlich gegen Regengeräusche. Langanhaltende „Lärmphasen“ ohne klar ausgeprägte Spitzen sind i.d.R. durch Regen auf das direkt darüber liegende Dach verursacht. Andere Lärmspitzen sind durch Autos oder Kinderspiele verursacht. Der typische Lärmpegel in der Wohnsiedlung liegt im Bereich 40-45 dbA tagsüber und 30-40 dbA nachts. Überflüge empfinde ich zumeist störend wenn diese lauter als 55dbA sind, viele hohe Frquenzen enthalten oder schnell schwanken. Unwürdiger Spitzenreiter war bislang ein Anflug auf den Airbus Werksflughafen Finkenwerder mit 75dbA und sehr nervigem Ton da die RAT-Turbine getestet wurde.

Apropos Finkenwerder: Lärmspitzen, welche eindeutig nach einem Überflug aussehen, aber keine Flugspur haben, rühren gelegentlich von einem Anflug auf den Flughafen Finkenwerder her. Diese werden vom Dfld nur teilweise erfasst. Wenn Sie das Flugzeug sehen und sich die Zeit merken, so können Sie sich natürlich auf hierüber beschweren. Die Anflüge auf Finkenwerder, welche von der Dfld nicht erkannt werden führen über Großhansdorf Richtung Süd oder Südwest.

Freitag, 12. September 2014

Fluglärm Messungen – bald geht’s los…

Filed under: Fluglärm — Admin @ 1:42

Der Fluglärm in Großhansdorf wird in Kürze in Internet verfolgbar sein: Heute kam ein Paket mit meiner Messstelle. Hoffentlich kann ich diese am Wochenende montieren und in Betrieb nehmen. Die Daten werden in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Deutschen Fluglärmdienst e.V.  (dfld.de) erhoben und allgemein verfügbar gemacht. Mehr in Kürze.

Fluglärm in Großhansdorf

Filed under: Fluglärm — Admin @ 1:37

Lärm macht krank. Zwar leben wir nicht direkt in der Einflugschneise von Hamburg Fuhlsbüttel oder gar direkt an der Startbahn. Dennoch wird Großhansdorf bei westlichen und auch südlichen Winden seit einiger Zeit von typischerweise 20-40 Flugzeugen täglich überflogen. In den Stoßzeiten geht das im Minutentakt. Und diese sind durchauf nicht leise!

(more…)

Powered by WordPress